Beitragsbild nach dem Foto vom X-Post WhiteHouse mit DALL-E
Der Blick aus meinem Fenster zeigt mir Vorfrühling. Die Sonne scheint und die Eichen mit ihren grünen Stämmen sehen freundlich aus. Am grünen Stamm der einen spielen zwei Eichhörnchen Fangen, was mein altes Herz erfreut.
Ich wende meinen Blick auf den Bildschirm zurück und sehe den WhiteHouse X-Post: „President Donald J. Trump meets with María Corina Machado of Venezuela in the Oval Office, during which she presented the President with her Nobel Peace Prize in recognition and honor.“ mit dem Bild des „Cheese“-sagenden Präsidenten, dem die breit lächelnde Maria Corina Machado die Medaille des Friedensnobelpreises, in Gold gerahmt, überreicht. Ich denke: draußen spielen die Eichhörnchen, im Weißen Haus Donald Trump und Maria Machado Nobelpreisverleihung,1 was für ein Tag!
Ich bin fassungslos. Der Präsident der Vereinigten Staaten freut sich über eine fremde Medaille wie ein Zehnjähriger über die Urkunde für sein erstes Tor beim Schulsportfest. Auf dem Bild sieht man es: Brust raus, grinsen bis hinter die Ohren, endlich hab ich den Preis. Dass es nicht seine Auszeichnung ist, spielt keine Rolle. „María presented me with her Nobel Peace Prize for the work I have done. Such a wonderful gesture of mutual respect. Thank you María!”, schreibt er auf Truth Social.2 Die Geste genügt, für sein kindliches Gemüt wird aus einer Leihgabe sein Besitz3. Wer so strahlt, glaubt offenbar wirklich, den Preis bekommen zu haben.
In Wirklichkeit ist das kein harmloses Kinderspielen. Während der Präsident sich mit der fremden Friedensmedaille schmückt und von „mutual respect“ spricht, droht er mit bemerkenswerter Nüchternheit Grönland militärische Gewalt an. Wer will eigentlich nach dieser Farce den Friedensnobelpreis noch entgegennehmen?
In kindlichem Spiel kann man heute der Kaiser sein und morgen als Spiderman die Welt retten. Dieser Politiker rettet die Welt nicht!
P.S: Ob Trump beim Abschied Machado noch daran erinnerte, nicht zu vergessen, das Preisgeld zu überweisen, weiß niemand.
- X-Post des Weißen Hauses vom 16. Januar 2026 ↩︎
- The Guardian vom 16. Januar 2026 ↩︎
- Seriöse Berichte sprechen von einer Übergabe als Geschenk; eine Leihgabe wird nirgends belegt – belegt ist nur: Der Preis selbst ist unübertragbar, die Medaille als Gegenstand kann den Besitzer wechseln. ↩︎
