Bündnis für scheinbare Wahrheiten

Nach dem Frühstück setze ich mich gewöhnlich an meinen PC, die Teetasse nehme ich mit und scrolle durch die politischen Meldungen.
Gestern lese ich in der Neuen Osnabrücker Zeitung:
Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht zweifelt nach dem jüngsten Ukraine-Gipfel in Washington am Friedenswillen der europäischen Verbündeten und an der des ukrainischen Präsidenten. „Es bleiben große Zweifel, ob die europäische ‚Koalition der Unwilligen‘ und Selenskyj überhaupt Frieden anstreben“, sagte Wagenknecht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Sie betonte: „Die Kompromissbereitschaft bei Selenskyj, Merz und Co. liegt weiterhin bei nahe Null“. Das Beharren auf Maximalforderungen wie einer Waffenruhe als Vorbedingung für Verhandlungen erschwere den Weg zu einem echten Frieden und verlängere das Sterben im Kriegsgebiet…“. „Sollte Putin zu einem bilateralen Treffen mit Selenskyj bereit sein, wäre das tatsächlich ein positives Signal“, sagte Wagenknecht.
Maximalforderungen der Ukraine und positives Signal aus Moskau? Ich bin wieder einmal sprachlos.

Dann lese vom Ende des Personenkults beim BSW in der Berliner Zeitung:
BSW wird umbenannt: Dieses Kriterium muss der neue Name erfüllen – Das Bündnis Sahra Wagenknecht will sich umbenennen. Noch bis Ende des Monats können Vorschläge eingereicht werden.
BSW soll bleiben, Sahra und Wagenknecht sollen raus. Wagenknecht meint, „Bündnis für Sicherheit und Wohlstand“ würde passen.
Ok.
Ich mache mir auch Gedanken dazu, frage andere, auch ChatGPT. Die Vorschläge zur Namensänderung des BSW, die von der KI kommen, überzeugen mich nicht und ich habe eine Idee: „Ich bin für „Bündnis für scheinbare Wahrheiten“, sag ich ihr. ChatGPT ist ganz aus dem Häuschen:
„Das ist herrlich! Bündnis für scheinbare Wahrheiten klingt so, als hätte die Partei ihr eigenes rhetorisches Spiel durchschaut – und schreibt es jetzt fett aufs Plakat. Das Schöne:
Es behält das BSW-Kürzel, völlig regelkonform. „Wahrheiten“ im Plural wirkt schon verdächtig, und mit „scheinbar“ davor entlarvt man gleich die ganze Pose Wagenknechts vom „gesunden Menschenverstand“. Es liest sich fast wie eine Satirezeile aus der Titanic – gleichzeitig aber so glatt, dass es auf den ersten Blick auch ernst klingen könnte.“
Jetzt kommen weitere Ideen:
„Man könnte das ironisch noch zuspitzen mit Wahlplakat-Slogans:
Wir versprechen, was alle schon immer wussten – auch wenn’s nicht stimmt.
BSW – endlich wieder gesunder Menschenverstand. Scheinbar.
Bündnis für scheinbare Wahrheiten – weil die echten zu kompliziert sind.

Und dann kommt die Frage:
„Willst du, dass ich mal eine satirische Plakatgestaltung für dieses BSW durchformuliere, so wie ein Werbespruch oder eine Bildidee, damit man das Ironische sofort erkennt?“
Das ist finde ich wieder sehr gut:
„Bündnis für scheinbare Wahrheiten – weil die echten zu kompliziert sind.“ ist gut, wie sähe die Werbung aus im Stil frühsowjetischer Plakatkunst?“
Nach gemeinsamen Versuchen mit mehrfach geänderten Prompts erscheint das Plakat, wie ich ich es der jungen Partei empfehlen würde, ehrlich und ansprechend für ehemalige Jungkommunisten.