Baltikum 2014

 Dorpat – die Stadt

Am nächsten Morgen frühstücken wir in in unserm Appartement. In Estland gibt es ein sehr wohlschmeckendes Schwarzbrot, auch in Lettland werden wir es wiederfinden, sehr dunkles Brot mit Kümmel. Brigitte und Nicole besuchen vor unserer Weiterfahrt die Altstadt. Nach der Rückkehr berichten sie von der Universität und Johanneskirche, von der Domruine. Wir beladen das Auto und fahren ab, eine Touristengruppe – offensicht- lich  Nachfahren von Deutschbalten –  winkt uns zu, als sie unser deutsches Nummernschild sehen und fragen sich ge- wiss, was sich hinter dem Kennzeichen „MÜR“ verbirgt. Das Wochenende beginnt in der Stadt mit einem Radrennen. Straßen sind schon abgesperrt und wir haben Mühe, eine Ausfahrt  zu finden.   Die Fahrt soll uns nach Tallinn führen, doch nicht auf direktem Wege. Wir nehmen eine Straße in Richtung Narva am Westufer des Peipussee. Jenseits des Sees ist Russland. Unsere Freundin Maria B. hatte Brigitte vom Badeort ihrer Kindheit erzählt, von Vösu. Wir  wollen ihn besuchen, auf die Ostsee sehen, ein Foto machen, das Maria als e-mail bekommen soll. Es  ist sonnig und endlich wärmer geworden. Das unfreundliche Wetter lassen wir hinter uns, schöne Frühlingstage beginnen. Während in Mecklenburg der Raps schon verblüht ist, werden die Felder hier gerade gelb. In Vorgärten blüht Flieder. Vösu erweist sich als  menschenleerer Ort, und es ist schwierig, ein Café zu finden. Man schickt uns nach Käsmu, dort sei in einem Ferienlager ein Kaffee zu bekommen. Wir finden den Ort, kommen zu unserer Erfrischung, das Foto wird gemacht und nach Deutschland geschickt. Ich bin wieder erstaunt, dass hier in jedem noch so abgelegenen, kleinen Lokal der  frei zugängliche Internetanschluss selbstverständlich ist. Die Weiterfahrt führt uns auf kleinen Straßen durch dichte Wälder und Wiesenlandschaften, vorbei an einzelnen Gehöften.