Die Reise 2015

Fahrt nach Kap Kolka

Den Nachmittag nutzten wir bei aufgeklartem Wetter trotz aller Kühle zu einer wunderbaren Fahrt durch das schöne Kurland in Richtung Norden über Dundaga (Dondangen) zur kurischen Nordspitze (Kap Kolka), wo sich einige Livendörfer befinden und eine finno-ugrische Sprachgruppe lebt, die versucht, ihre eigenständige Kultur zu erhalten. In den dichten Wäldern sollen auch Elche, Wölfe und Luchse leben. Wir haben keine gesehen. Doch erinnert die Küste selbst stark an uns bekannte Küstenabschnitte an der mecklenburgischen Ostsee. Das ist aber auch nicht verwunderlich, verdankt das Landschaftsbild sein Aussehen hier wie dort doch der gleichen eiszeitlichen Ausformung.
Die Rückfahrt führte uns am Westufer des Rigaer Meerbusens entlang, eine herrliche Fahrt durch das schöne Land mit kleinen Orten, Wald- und Küstenabschnitten, den gelegentlich freien Blicken auf das Meer. Und immer wieder sahen wir die hohen Masten mit Storchennestern, in jedem Dorf, manchmal auch inmitten der Felder. Das gesamte Land ist von einem nahezu feinmaschigen Netz von Flüsschen und kleinen Bächen durchzogen, die meist verbunden sind mit kleinen Seen, Teichen, Mooren und Sumpfwiesen, für Störche ein wahres Paradies.
Wir hatten uns bei der Heimfahrt verspätet, so dass wir im „Martinelli“ nichts mehr zum Abendessen bekamen, und bei einem zweiten Restaurant, das uns empfohlen war, mussten wir auch wieder unverrichteter Dinge abziehen. Obwohl der Magen knurrte, glaubten wir fest daran, nicht verhungern zu müssen, denn an diesem Tage hatten wir bereits ein köstliches Mittagsmahl eingenommen. So fiel uns der Verzicht am Abend nicht schwer.